02.11.2026 | Pressemitteilung
Konzern verbessert operatives Ergebnis im Q3 2026 und präzisiert die Jahresprognose 2026
Unternehmensmitteilung für den Kapitalmarkt
Frankfurt am Main
(pta029/02.11.2026/18:20 UTC+1)
Frankfurt am Main, 2. November 2026
Das dritte Quartal 2026 verlief für die Amadeus Fire Group (ISIN: DE0005093108, Prime Standard), in einem weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, etwas besser als die ersten beiden Quartale dieses Jahres.
Trotz der zuletzt verbesserten Wachstumsaussichten, vor allem aufgrund robuster Exporte und staatlich getragener Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung, spiegeln sich diese höheren Wachstumserwartungen aktuell noch nicht in einer breit getragenen binnenwirtschaftlichen Erholung wider. Insgesamt erzielte die Amadeus Fire Group im dritten Quartal dieses Jahres eine Umsatzgröße nahezu auf dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals bei jedoch deutlich verbesserten Ertragsgrößen, wenn auch das Vorjahresquartal durch die einmaligen Restrukturierungsaufwendungen in der Weiterbildung belastet war.
Die weiterhin geringe Nachfrage nach Personaldienstleistungen belastete das Geschäftsvolumen des Konzerns. Demgegenüber setzte das Segment Weiterbildung seine positive Entwicklung fort. Im dritten Quartal schwächte sich der Umsatzrückgang auf Konzernebene gegenüber dem ersten Halbjahr ab. Die Ertragslage des Konzerns entwickelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum positiv. Hierzu trug insbesondere die deutliche Ergebnisverbesserung im Segment Weiterbildung bei. Im Vorjahr war das Ergebnis des Segments durch die im dritten Quartal 2025 eingeleitete Restrukturierung bei Comcave erheblich belastet. Restrukturierungsaufwendungen fielen im Berichtszeitraum 2026 nicht an. Zudem wirkten sich die seit 2025 umgesetzten Maßnahmen zur Anpassung der Kosten- und Organisationsstruktur positiv aus. Das operative Ergebnis und die operative Marge des Konzerns lagen trotz des niedrigeren Umsatzniveaus über den jeweiligen Vorjahreswerten.
Die Amadeus Fire Group erzielte nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 einen Konzernumsatz von 261,5 Mio. € und liegt damit um 5,7 Prozent unter dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums von 277,2 Mio. €. Im dritten Quartal konnte dabei der Vorjahresumsatz wieder annähernd erreicht werden. Der operative Rohertrag* liegt mit 132,5 Mio. € ebenfalls unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 143,0 Mio. €, ein Rückgang um 7,4 Prozent. Die operative Rohertragsmarge* sank nur leicht auf 50,6 Prozent (9M/2025: 51,6 Prozent). Trotz des geringeren operativen Rohertrags*, insbesondere im Segment der Personaldienstleistungen, erhöhte sich das operative EBITA* auf 11,7 Mio. € nach 9,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das operative EBITA* des Vorjahres war durch Restrukturierungsaufwendungen von 5,3 Mio. € belastet. Daraus resultiert eine operative EBITA-Marge* nach neun Monaten 2026 von 4,5 Prozent (9M/2025: 3,5 Prozent). Die EBITA-wirksamen Sonderkosten stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,1 Mio. € auf 4,4 Mio. € an. Dieser Anstieg war im Wesentlichen auf die PPA-Abschreibungen der Masterplan com GmbH und der eduBITES GmbH zurückzuführen.
Die Amadeus Fire Group erwirtschaftete nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 ein Ergebnis nach Ertragsteuern von rund 2,1 Mio. € leicht unter Vorjahresniveau (9M/2025: 2,8 Mio. €). Der auf die Aktionäre der Amadeus Fire AG entfallende Anteil am Periodenergebnis der 9M/2026 beträgt -1,4 Mio. € nach -3,7 Mio. € zum Halbjahr 2026 (9M/2025: -0,5 Mio. €) und ergibt ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von -0,26 € nach -0,69 € zum Halbjahr 2026 und -0,09 € des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.
Insgesamt entsprach der Geschäftsverlauf im dritten Quartal 2026 den Erwartungen des Vorstands, der keine grundlegende Veränderung des Marktumfelds für das vierte Quartal unterstellt. Im Segment Personaldienstleistungen wird weiterhin von einem Geschäftsvolumen unter Vorjahresniveau ausgegangen, während im Segment Weiterbildung eine Fortsetzung der positiven Entwicklung erwartet wird. Die Kosten-, Kapazitäts- und Produktivitätssteuerung wird unverändert fortgeführt.
Vor diesem Hintergrund bestätigt der Vorstand die im Halbjahresfinanzbericht 2026 angepasste Prognose und erwartet für das Geschäftsjahr 2026 Konzernumsatzerlöse zwischen 350 Mio. € und 355 Mio. € sowie ein operatives Konzern-EBITA* zwischen 17 Mio. € und 20 Mio. €. Die präzisierten, nun enger gesetzten Spannen der Umsätze und des operativen Konzern-EBITA* spiegeln die aktuelle wirtschaftliche Situation und die Erwartungen der Kundenunternehmen, insbesondere im Segment Personaldienstleistungen, wider. Eine Verbesserung des Geschäftsklimas unter den Unternehmen in Deutschland sollte der Amadeus Fire Group weiterhin interessante Chancen bieten.
Segment Personaldienstleistungen
Die Arbeitskräftenachfrage zeigte im dritten Quartal 2026 erste Anzeichen einer Stabilisierung, blieb jedoch insgesamt verhalten. Die Stellenzugänge lagen trotz ihres Anstiegs gegenüber dem Vorjahr weiterhin auf einem im langfristigen Vergleich niedrigen Niveau. In Industrie und Handel planten die Unternehmen weiterhin überwiegend einen Stellenabbau. Bei den Dienstleistungsunternehmen hielten sich Einstellungs- und Abbaupläne weitgehend die Waage. Eine etwas zuversichtlichere Einschätzung zeigte sich für die Arbeitnehmerüberlassung, ohne dass bereits eine nachhaltige Nachfragebelebung erkennbar war
Der demografische Wandel und bestehende Besetzungsengpässe in einzelnen Berufsgruppen stützen grundsätzlich den Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Im Berichtszeitraum wurden diese strukturellen Faktoren jedoch weiterhin von der schwachen Einstellungsdynamik überlagert. Insgesamt verbesserten sich die Rahmenbedingungen gegenüber dem ersten Halbjahr damit nur graduell; ein breit angelegter Aufschwung der für Personaldienstleistungen relevanten Arbeitskräftenachfrage blieb bis zum Ende des dritten Quartals aus.
Das Segment Personaldienstleistungen blieb in den ersten neun Monaten 2026 mit einem Umsatz in Höhe von 135,8 Mio. € deutlich unter dem Vorjahresniveau (9M/2025: 161,0 Mio. €). Der Umsatzrückgang von -15,6 Prozent verlangsamte sich jedoch in allen drei Dienstleistungen, ohne dass bereits eine nachhaltige Nachfragebelebung erkennbar war. Der operative Segmentrohertrag sank um -19,4 Prozent unter den Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums auf 61,6 Mio. € (9M/2025: 76,4 Mio. €). Entsprechend verringerte sich die operative Rohertragsmarge des Segments auf 45,3 Prozent (9M/2025: 47,5 Prozent).
Die fortgeführte Steuerung der Kosten und personellen Kapazitäten begrenzte die Auswirkungen des rückläufigen Geschäftsvolumens, sodass sich das operative Ergebnis gegenüber dem schwachen zweiten Quartal 2026 verbesserte, im Neunmonatszeitraum jedoch deutlich unter dem Vorjahresniveau blieb. Das operative Segment-EBITA lag mit 4,2 Mio. € schlussendlich deutlich unter dem Vorjahreswert (9M/2025: 11,2 Mio. €) und resultierte in einer operativen EBITA-Marge von 3,1 Prozent (9M/2025: 7,0 Prozent).
Segment Weiterbildung
Insgesamt verbesserten sich die Rahmenbedingungen im staatlich geförderten Weiterbildungs-markt, während das wirtschaftliche Umfeld für das Unternehmenskundengeschäft anspruchsvoll blieb. Der September 2026 verzeichnete einen Anstieg der Eintritte in Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in Höhe von 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im gleitenden Zwölfmonatszeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 erhöhte sich die Zahl der Eintritte gegenüber des vorangegangenen Zwölfmonatszeitraums immer noch um 9,4 Prozent.
Die höheren Eintrittszahlen spiegelten sich jedoch nicht gleichermaßen in allen Bereichen des geförderten Weiterbildungsmarkts wider. Die Vergabe von Bildungsgutscheinen blieb selektiv und richtete sich verstärkt auf kürzere Maßnahmen. Neben der Zahl der Eintritte sind für die wirtschaftliche Entwicklung der Bildungsträger insbesondere die Teilnehmerbestände, die Maßnahmendauer und der Umfang der bewilligten Bildungsangebote maßgeblich. Aus den gestiegenen Eintrittszahlen allein lässt sich daher keine entsprechende Belebung des relevanten Marktvolumens ableiten.
Im Unternehmenskundengeschäft blieb die Nachfrage angesichts der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung und der weiterhin vorsichtigen Budgetplanung vieler Unternehmen selektiv. Qualifizierungsmaßnahmen wurden insbesondere dann priorisiert, wenn sie einen unmittelbar erkennbaren betrieblichen Nutzen aufwiesen. Gleichzeitig nahm der strukturelle Weiterbildungsbedarf infolge der Digitalisierung, des zunehmenden Einsatzes künstlicher Intelligenz und der damit verbundenen Veränderungen der Kompetenzanforderungen weiter zu.
Das Geschäft mit beruflichen Fortbildungen für Privatpersonen zeigte sich weiterhin vergleichsweise konjunkturresilient. Ausschlaggebend für die Nachfrage sind vor allem die individuelle Karriereplanung, der Erwerb anerkannter Qualifikationen und die Anpassung der eigenen Kompetenzen an veränderte berufliche Anforderungen. Hierbei erleichtern digitale und hybride Lernangebote die Vereinbarkeit von Weiterbildung, Beruf und persönlichen Verpflichtungen und verbessern damit den Zugang zu länger laufenden Lehr- und Studiengängen.
Insgesamt setzte das Segment Weiterbildung seine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den ersten neun Monaten 2026 fort. Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich dabei weiterhin unterschiedlich.
Der Gesamtumsatz des Segments in Höhe von 125,9 Mio. € stieg aufgrund dieser Effekte um 8,1 Prozent über den Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums von 116,4 Mio. €. Der operative Segmentrohertrag erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf 71,0 Mio. € (9m/2025: 66,7 Mio. €) und blieb in seiner Entwicklung damit hinter dem Umsatzwachstum zurück. Entsprechend verringerte sich die operative Rohertragsmarge des Segments auf weiterhin solide 56,4 Prozent (9M/2025: 57,3 Prozent), legte aber gegenüber dem ersten Halbjahr 2026 um 0,5 Prozentpunkte zu.
Zu dem, um rund 9,0 Mio. € auf 7,5 Mio. € (9M/2025: -1,5 Mio. €), deutlich verbesserten operativen Ergebnis des Segments gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum trugen die positive Entwicklung bei GFN, Comcave und der Steuer-Fachschule Dr. Endriss bei. Die erstmalige Einbeziehung von Masterplan und eduBITES lieferte im laufenden Geschäftsjahr einen leicht positiven Ergebnisbeitrag seitens Masterplan und noch negative Ergebnisse bei eduBITES. Das operative Vorjahres-EBITA war durch die im dritten Quartal 2025 erfassten Restrukturierungsaufwendungen bei Comcave belastet. Die operative EBITA-Marge von 5,9 Prozent liegt somit ebenfalls deutlich oberhalb des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (9M/2025: -1,3 Prozent).
* Definition des operativen Rohertrags sowie des operativen EBITA der Amadeus Fire Group siehe in der Zwischenmitteilung Q3/9M 2026 die erste Fußnote auf Seite 2.
Die Einwahldaten zum erläuternden Conference Call am 3. November 2026 um 15:00 Uhr MEZ erhalten Sie per separater Einladung.
Die vollständige Zwischenmitteilung zum Q3/9M 2026 ist auf der Homepage veröffentlicht unter: https://group.amadeus-fire.de/investor-relations/finanzberichte/
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Leiter Investor Relations
Tel.: +49 (0)69 96 87 61 80
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